Wie schreibe ich einen Lebenslauf, der wirkt?

 

Auf dem Weg zu (fast) jedem Traumjob steht ein eher leidiges Thema: die Bewerbung. Die Zusammenstellung von Motivationsschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen hat in etwa den Charme einer Steuererklärung. Und zusätzlich setzt man sich noch selbst unter Druck. Klar, man möchte ja das Unternehmen davon überzeugen, dass man die perfekte Besetzung für die Stelle ist. Zugegeben: Spaß ist etwas anderes. Aber keine Sorge: mit unseren Tipps optimiert ihr ruckzuck euren Lebenslauf, so dass er nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich überzeugen wird!

Los geht‘s: holt euch einen Kaffee, schaltet das Telefon stumm und nehmt euch auf jeden Fall etwas Zeit. Der Lebenslauf ist definitiv der wichtigste Teil einer Bewerbung, denn ihm widmen Personalverantwortliche die meiste Zeit bei der Sichtung der Bewerbungsunterlagen. Deswegen solltet ihr euch gerade bei der Erstellung des Lebenslaufs besondere Mühe geben und im besten Fall nach dem 4-Augen-Prinzip auch noch jemanden drüber lesen lassen, um alle Rechtschreibfehler und unklaren Beschreibungen zu beseitigen. Versetzt euch während des Schreibens immer in den Leser, der die von euch angestrebte Position besetzen möchte.

Inhalt:

  1. Aufbau und Struktur des Lebenslaufs
  2. Layout
  3. Welche Informationen gehören in den Lebenslauf?
  4. Länge und Umfang des Lebenslaufs
  5. Muss ein Lebenslauf unterschrieben werden?
  6. Wie gehe ich mit Lücken im Lebenslauf um?
  7. Darf ich im Lebenslauf lügen?
  8. Wie sollte das optimale Foto für den Lebenslauf aussehen?
  9. Was macht einen wirklich guten Lebenslauf aus?
  10. Lebenslauf-Checkliste

 

Aufbau und Struktur des Lebenslaufs

Beim Lebenslauf hat sich der Übersicht halber die tabellarische Form durchgesetzt: Jahresdaten links, Arbeitsstationen rechts. Diese Gliederung sollte auch beibehalten werden, auch wenn sie vielleicht etwas langweilig aussieht. Sie erspart dem Personaler nämlich lästiges Suchen und damit Zeit und ihr riskiert nicht, direkt auf dem Absagenstapel zu landen, nur weil nicht gleich klar wird, welches Know-how ihr eigentlich mitbringt. Etwas kreativer werden darf man dann beim Layout, je nach Zielbranche mehr oder weniger. Aber auch hier solltet ihr auf eine einheitliche und übersichtliche Darstellung achten.

Ganz am Anfang stehen der Name und die persönlichen Daten, wie der Geburtstag und die Kontaktdaten. Anschließend kommt die bisherige Berufserfahrung. Die Auflistung erfolgt dabei antichronologisch, d.h. du startest mit deiner aktuellen beruflichen Tätigkeit. Danach kommen die Informationen über die Ausbildung(en) und am Ende deine Softskills. Achte auf eine klare Strukturierung, damit alles Wichtige auch schnell erfasst werden kann. Überschriften helfen.

Achte darauf, dass deine Schriftart gut lesbar ist. Mit Calibri, Arial und notfalls auch Times New Roman bist du immer auf der sicheren Seite. Die Schriftgröße sollte 9pt nicht unterschreiten, die Überschriften kannst du aber ruhig etwas größer gestalten und so vom restlichen Text abheben. Alternativ kannst du den Text der Überschrift auch fetten oder ihm eine andere Farbe geben. Gerne auch alles zusammen, aber das musst du dann auch durchziehen bis zum Ende. Mehr als zwei Farben solltest du aber nicht verwenden, sonst wirkt das Dokument schnell unruhig und unübersichtlich.

 

Layout

Beim Layout darfst du, wie gesagt, ruhig etwas kreativer werden. Nur bitte nicht zu bunt. Wähle max. 1 Primär- und 1 Sekundärfarbe aus (die aber gerne in mehreren Schattierungen), damit alles noch übersichtlich und professionell bleibt. Außerdem sollte der Stil nicht zu sehr von den restlichen Bewerbungsunterlagen abweichen, damit ein professioneller Gesamteindruck entsteht. Am besten, du wählst ein Farbthema, das du dann durch die komplette Bewerbung hindurch durchziehst.

Der optische Eindruck eines Lebenslaufs lässt auch immer Rückschlüsse auf den Schreiber zu. Ein authentischer Stil ist also absolut erlaubt. Schließlich sollst du ja in das vorhandene Team und zu den Unternehmenswerten passen und dafür ist es hilfreich, gleich einen Eindruck deiner Persönlichkeit zu bekommen.

 

Welche Informationen gehören in den Lebenslauf?

Auf jeden Fall gehören deine Kontaktdaten in deinen CV und das am besten auch noch recht deutlich platziert, damit man direkt erkennen kann, wie man dich erreichen kann, um dich zum Job-Interview einzuladen. Also am besten gleich oben neben das Foto oder in eine Seitenleiste. Ein Foto gehört ebenfalls dazu. Immer noch. Zwar gab es dazu einige Diskussionen in der letzten Zeit, es hat seinen Platz im Lebenslauf aber erfolgreich verteidigt.

Die wichtigsten Informationen sind aber natürlich deine Berufserfahrung. Jede vakante Stelle setzt gewisse Kenntnisse voraus. Einige davon sind ein Muss, ohne die der Job nicht erledigt werden kann, andere sind eher nice-to-have oder können notfalls auch im Laufe der Zeit noch erlernt werden. Gerade bei Senior und Leitungsstellen, bei denen ja schon einiges an Berufserfahrung vorhanden ist, werden oftmals Branchenkenntnisse oder spezielles Know-How gewünscht. Dieses Wissen solltet ihr im Lebenslauf auf jeden Fall kenntlich machen, ganz besonders dann, wenn in der Stellenanzeige darauf hingewiesen wird.

Behalte grundsätzlich die angestrebte Position im Hinterkopf und picke aus deinen bisherigen Berufsstationen all die Erfahrungen heraus, die belegen, dass du die geforderten Kenntnisse mitbringst oder die dir bei deiner neuen Stelle nützen könnten. Setze unter deine Berufsstationen am besten 3-4 Aufzählungspunkte mit detaillierten Informationen zu deinen bisherigen Aufgaben, Projekten und Fertigkeiten. Erfahrungen, die schon länger zurückliegen oder gar nichts mehr mit deiner angestrebten Tätigkeit zu tun haben, kannst du getrost weglassen.

 

Länge und Umfang des Lebenslaufs

Der Lebenslauf sollte idealerweise 2, maximal 3 DIN A4-Seiten lang sein. Bei mehreren Jahren Berufserfahrung, unterschiedlichen Weiterbildungen oder vielen verschiedenen Arbeitsstellen kann das eng werden. Überlege dir deshalb gut, welche Informationen dein Know-how am besten unterstreichen, das für die angestrebte Stelle erforderlich oder wünschenswert ist. Lange zurückliegende Arbeitsstellen können getrost auf die Stellenbezeichnung, den Arbeitgeber und eventuell den Arbeitsort gekürzt werden.

Auch wenn der Platz knapp ist – Hobbies oder Ehrenämter dürfen ruhig erwähnt werden. Vor allem dann, wenn sie mit der Branche oder der Arbeitsstelle zu tun haben. Aber auch wenn nicht. Die Personalverantwortlichen müssen ja nicht nur abschätzen, ob du fachlich, sondern auch persönlich ins Team passt.

 

Muss ein Lebenslauf unterschrieben werden?

Nein, muss er nicht. Ein Lebenslauf ist kein Vertrag und muss daher auch nicht zwingend unterschrieben werden. Allerdings bestätigt man mit seiner Unterschrift, dass die gemachten Angaben der Wahrheit entsprechen. Darum legen viele Personalverantwortlichen trotzdem Wert darauf. Also: am besten setzt ihr eure Unterschrift darunter, aber falls ihr es vergessen solltet – keine Panik. Kein Personalverantwortlicher wird einen Lebenslauf auf den Absagestapel legen, nur weil er nicht unterschrieben ist.

 

Wie gehe ich mit Lücken im Lebenslauf um?

Grundsätzlich gilt: Lücken im Lebenslauf sind überhaupt nichts Schlimmes. Das Leben hat eben manchmal andere Pläne als wir. Führe deine Lücke einfach auf und benenne kurz den Grund für deine Auszeit. Handelt es sich nur um 1-2 Monate musst du sie nicht mal begründen. Erst ab einer längeren Pause solltest du kurz erwähnen, was du in dieser Zeit getrieben hast – Elternzeit, Arbeitssuche, Pflege von Angehörigen, eigene Krankheit oder Sabbatical, Gründe gibt es ja viele. Und jeder davon formt uns. Eine kurze Angabe reicht aber auch vollkommen aus. Für längere Erklärungen, falls die überhaupt nötig werden, ist dann das Vorstellungsgespräch da.

Vergessen sollte man auch nie, dass diese Auszeiten ja auch Vorteile für unseren anschließenden Job bedeuten können. Ein Sabbatical lässt uns zum Beispiel durchatmen, neue Motivation schöpfen oder lehrt uns, Dinge aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. Hast du in dieser Zeit vielleicht sogar eine Weiterbildung gemacht oder eine Sprache erlernt, z.B. durch einen Auslandsaufenthalt? Dann gib das unbedingt an.

Weitere Informationen hierzu findest du in unserem Beitrag „Lücken im Lebenslauf“.

 

Darf ich im Lebenslauf lügen?

Gegenfrage: möchtest du von deinem zukünftigen Arbeitgeber angelogen werden? Klares Nein! Irgendwann kommt die Wahrheit sowieso heraus. Sag also lieber ehrlich, wenn dir nötige Kenntnisse fehlen oder du dein Studium abgebrochen hast. Lügen im Bewerbungsprozess können sogar üble Folgen für dich haben. Kommt später heraus, dass du geschwindelt hast, kann das eine fristlose Kündigung zur Folge haben, auch nach der Probezeit noch.

Ein bisschen pimpen ist aber erlaubt. Wenn man sich mal in sozialen Netzwerken wie Xing und LinkedIn umschaut, scheint das auch eher die Regel zu sein. Wichtig dabei ist aber, trotzdem bei der Wahrheit zu bleiben. Wenn beispielsweise Führungserfahrung gefragt ist, darfst du sie gerne auch dann aufführen, wenn du nur mal vertretungsweise ein Team geleitet hast. Eine längere Pause, in der du arbeitssuchend warst, darf auch „berufliche Neuorientierung“ genannt werden. Du darfst deine Kenntnisse und Erfahrungen also durch Formulierungen schöner darstellen, als sie tatsächlich sind. Arbeitsstationen oder Know-how angeben, die es so in deinem Leben gar nicht gibt, ist aber nicht erlaubt. Auch bei Sprachkenntnissen solltest du grundsätzlich bei der Wahrheit bleiben, hier fliegen Schwindeleien wirklich schnell auf.

 

Wie sollte das optimale Foto für den Lebenslauf aussehen?

Ein Foto ist für eine Bewerbung inzwischen nicht mehr zwingend nötig. Genauso wenig übrigens wie Angaben zu Alter, Familienstand, Kindern oder der Nationalität. Trotzdem hat sich die „fotolose“ Bewerbung bisher nicht wirklich durchsetzen können. Verzichtet man darauf, läuft man also Gefahr, zwischen all den Bewerbungen mit Foto negativ aufzufallen. So ein Bewerbungsfoto kann aber auch durchaus Vorteile haben. Mit einem sympathischen, authentischen Bild kann man auch einen nicht ganz so perfekten Lebenslauf überstrahlen. Und mal ehrlich, wenn wir neue Kolleg:innen suchen, sind wir doch alle neugierig und möchten schon vorab wissen, wie sie aussehen, oder?

Aber wie sollte das perfekte Bewerbungsfoto nun aussehen? Üblicherweise ist es etwas größer als ein Passfoto und es sind nur der Kopf- und Schulterbereich zu sehen. Aktuell gibt es einen Trend hin zu größeren Fotos, auf denen die komplette Person abgebildet ist. Lasst diese Ganzkörperfotos aber auf jeden Fall von einem professionellen Fotografen machen. Keine Strandfotos oder Schnappschüsse! Wichtig ist hierbei auch, auf die Körpersprache und den Hintergrund zu achten. Auf den Hintergrund solltet ihr auch bei den Portraitfotos achten. Er sollte hell und neutral sein und nicht unnötig ablenken.

Die Kleidung wählt ihr am besten entsprechend der Position, auf die ihr euch bewerbt. Schaut euch einfach in den Karriereportalen mal die Fotos eurer zukünftigen Kolleg:innen und vor allem derjenigen in vergleichbaren Abteilungen und Positionen an. So bekommt ihr einen ganz guten Hinweis darauf, welcher Kleidungsstil in dem Unternehmen gewünscht ist. Passt euren Stil entsprechend an, aber verkleidet euch nicht. Die Stelle soll zu euch passen und euch glücklich machen. Und das wird sie nur, wenn ihr euch dafür nicht verstellen müsst.

Nun aber das Wichtigste: macht euch vor dem Shooting eures Bewerbungsfotos locker und präsentiert euch offen, sympathisch und freundlich.

 

Was macht einen wirklich guten Lebenslauf aus?

Wenn du alle Punkte berücksichtigst, bist du mit deinem Lebenslauf schon auf einem sehr guten Weg. Um aber richtig zu punkten und aus der Masse herauszustechen, solltest du deinen Lebenslauf passgenau auf die Stelle zuschneiden, auf die du dich bewirbst. D.h. die Unterpunkte zu deinen Berufsstationen sollten all die Punkte beinhalten, die verdeutlichen, dass du ein Gewinn für das Unternehmen bist.

Falls dir das Schwierigkeiten bereitet, suche dir einfach deine Zeugnisse oder Arbeitsverträge heraus. Dort sind deine Aufgaben der jeweiligen Arbeitsstelle meistens genau aufgelistet. Dann legst du die Stellenbeschreibung der Wunschposition daneben oder rufst sie digital auf und vergleichst die Anforderungen mit dem, was du in deinen letzten Berufsstationen so alles gemacht hast. Alles, was übereinstimmt, übernimmst du, was nicht relevant ist, lässt du weg. Falls du auch bei den „Nice-to-haves“ am Ende der Liste noch glänzen kannst, bringe auch das auf jeden Fall noch in deinem Lebenslauf unter. Fremdsprachen- oder Software-Kenntnisse, aber auch Soft Skills, die für die Position vorteilhaft sind, kannst du beispielsweise am Ende des Lebenslaufs oder in einer Seitenleiste platzieren.

Ein Punkt, der häufig vernachlässigt wird, sind Rechtschreib- und Grammatikfehler. Lass unbedingt nochmal jemanden über deinen fertigen Entwurf drüber lesen, bevor du deinen Lebenslauf absendest. Ein fehlendes Wort oder falsch gesetztes Komma sind noch lange kein Grund für eine Absage, können einen ansonsten positiven ersten Eindruck aber stören und den Eindruck erwecken, dass der Job dir gar nicht so wichtig ist.

 

Lebenslauf-Checkliste

 

  1. Aufbau und Struktur des Lebenslaufs
    • Tabellarische Form: Jahresdaten links, Arbeitsstationen rechts
    • Kontaktdaten gut sichtbar ganz oben positionieren
    • Überschriften zur Gliederung nutzen
    • Antichronologische Auflistung des Werdegangs
    • Relevante Softskills und Sprachkenntnisse kommen ans Ende oder in die Seitenleiste

 

  1. Layout
    • max. 1 Primär- und 1 Sekundärfarbe (die aber in unterschiedlichen Schattierungen)
    • Einheitlicher Stil der Bewerbungsunterlagen
    • Ein individueller, authentischer Stil ist erlaubt, sollte aber zur Position bzw. der Branche passen

 

  1. Welche Informationen gehören in den Lebenslauf?
    • Kontaktdaten
    • Foto
    • Berufserfahrung, insbesondere relevante Branchenkenntnisse oder spezielles Know-How
    • Softskills und Fremdsprachenkenntnisse, falls für die angestrebte Position erforderlich oder hilfreich

 

  1. Länge und Umfang des Lebenslaufs
    • Max. 2, bei mehrjähriger Berufserfahrung und/oder vielen Weiterbildungen 3 Seiten lang
    • Alles aufführen, was für die angestrebte Position wichtig sein könnte
    • Lieber lange zurückliegende oder für die angestrebte Position nicht relevante Erfahrungen weglassen
    • Softskills oder ehrenamtliche Tätigkeiten können gerne am Ende des Lebenslaufs aufgeführt werden

 

  1. Muss ein Lebenslauf unterschrieben werden?
    • Besser unterschreiben, ist aber auch nicht so schlimm, wenn es vergessen wird

 

  1. Wie gehe ich mit Lücken im Lebenslauf um?
    • Auszeiten von mehr als 2 Monaten sollten aufgeführt und kurz erläutert werden
    • Weiterbildungen innerhalb der Lücken unbedingt angeben
    • Positives aus den Auszeiten ziehen – jede Phase unseres Lebens prägt und formt uns

 

  1. Darf ich im Lebenslauf lügen?
    • NEIN – jede Lüge kommt irgendwann ans Licht und kostet dich schlimmstenfalls den Job

 

  1. Wie sollte das optimale Foto für den Lebenslauf aussehen?
    • Etwas größer als ein Passfoto
    • Idealerweise sind nur Kopf und Schulterbereich zu sehen
    • Ruhiger Hintergrund und – am wichtigsten – ein offenes und sympathisches Lächeln

 

  1. Was macht einen richtig guten Lebenslauf aus?
    • Rechtschreibung checken
    • Jeden Lebenslauf individuell für jede Bewerbung anpassen
    • Authentisch und für angestrebte Stelle passend gestalten

 

Viel Erfolg bei eurer Bewerbung! Und wenn ihr noch weitere Unterstützung bei der Jobsuche braucht – ruft einfach an!

 

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